Umfassender präventiver Kinderschutz braucht ein sexualpädagogisches Konzept. Kinder sollen in Sicherheit aufwachsen und sich frei entfalten können, dabei Respekt, Toleranz und Anerkennung erleben.
Grundlagen
Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder ein Recht auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit.
Der Schutz der Kinder und ihrer Rechte ist gesetzlicher Erziehungs- und Bildungsauftrag der Kindertagesstätten (SGB VIII).
Sexuelle Bildung als Auftrag der Kindertagesstätte
- Hessen: Kapitel Gesundheit – „Gesundheitsförderung als Teil der Entwicklungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ist somit auch ein Prozess, der darauf abzielt, den Kindern ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.“
Erziehungsziele zur „Sexualität“:
- Eine Geschlechtsidentität entwickeln, mit der man sich wohl fühlt (> Mädchen und Jungen)
- Einen unbefangenen Umgang mit dem eigenen Körper erwerben
- Ein Grundwissen über Sexualität erwerben und offen darüber sprechen können
- Bewusstsein für eine persönliche Intimsphäre entwickeln
- Rheinland-Pfalz: Kinder haben ein natürliches Interesse am eigenen Körper. Sie sind von Geburt an sexuelle Wesen mit eigenen sexuellen Bedürfnissen und Wünschen. Im liebevollen Umgang mit dem Körper entwickeln sie ein bejahendes Körpergefühl. Die Wahrnehmung eigener Grenzen und ein starkes Selbstwertgefühl sind beste Voraussetzungen, um Übergriffe wahrzunehmen uns sich davor zu Schützen. (Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz, S. 75)
Einbezug der Beteiligten
- Fachkräfte: Erhalten Kenntnis über die Entwicklung der kindlichen Sexualität und Sicherheit im Erkennen und im Umgang mit Grenzverletzungen.
- Eltern: Familiäre Werte fließen mit ein und Familien erfahren, wie sie die sexuelle Bildung ihrer Kinder unterstützen können.
- Kinder: Erhalten Unterstützung in ihrer sexuellen Entwicklung und können sich mit ihrer Geschlechterrolle auseinandersetzen.
Schlussfolgerung
Ein sexualpädagogisches Konzept ist ein wichtiger Baustein der Prävention von sexualisierter Gewalt. Sexualpädagogik in Kindertagesstätten ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die das Engagement aller Beteiligten erfordert, damit die Bedürfnisse der Kinder unterstützt werden.