Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten. Sie fördert die Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften und stellt sicher, dass die Bedürfnisse der Kinder optimal berücksichtigt werden. Im Folgenden wird erläutert, welche Aspekte bei der Zusammenarbeit mit Eltern wichtig sind, welche gesetzlichen Vorgaben zu beachten sind und welche Strategien und Instrumente zur erfolgreichen Elternarbeit eingesetzt werden können.
Leitsätze
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) versteht ihre Kindertagesstättenarbeit als Dienst an Kindern, Familien und der Gesellschaft, begründet im Evangelium von Jesus Christus. Die Kindertagesstätte ist ein Begegnungsort für Familien, an dem die Stärken und Erfahrungen von Mädchen, Jungen und ihren Familien aufgegriffen und für gegenwärtige und zukünftige Situationen nutzbar gemacht werden.
Ziele
- Familien- und Lebensweltorientierung: Die Bedarfe von Eltern und Kindern werden ermittelt und die Angebotsstrukturen entsprechend angepasst.
- Gesetzlicher Auftrag: Die Kita erfüllt den gesetzlichen Auftrag nach SGB VIII sowie die entsprechenden Landesgesetze und Richtlinien der EKHN.
- Bildungs- und Erziehungspläne: Die Vorgaben der jeweiligen Bildungs- und Erziehungspläne der Bundesländer werden berücksichtigt.
- Evangelische Botschaft: Respekt, Offenheit und Dialog prägen die Zusammenarbeit mit Eltern.
- Erziehungsprozess: Die Kontinuität des Erziehungsprozesses ist durch die enge Zusammenarbeit mit Eltern gesichert.
- Expertise: Pädagogische Fachkräfte und Eltern nehmen sich gegenseitig als Expert*innen für die Entwicklung der Kinder wahr.
- Akzeptanz und Austausch: Ein offener Austausch fördert die gegenseitige Akzeptanz und Weiterentwicklung.
- Qualitätsentwicklung: Eltern sind in die Weiterentwicklung der Konzeption und Qualität der Kita eingebunden.
Gesetzliche Grundlagen
- Bundesebene: SGB VIII §1, §9, §22, §22a
- Hessen: HKJGB §26, §27
- Rheinland-Pfalz: Kindertagesstättengesetz RLP §2
- EKHN: Leitlinien für die Arbeit in Evangelischen Kindertagesstätten, Kita-Ordnung
Qualitätskriterien
- Bedarfsermittlung: Regelmäßige Überprüfung der Zusammenarbeit mittels Fragebögen zur Elternzufriedenheit.
- Angebotsstruktur: Planung der Kita-Angebote unter Berücksichtigung des sozialen Umfelds und der Bedürfnisse der Familien.
- Öffnungszeiten: Bedarfsorientierte und regelmäßig überprüfte Öffnungszeiten.
- Elternbeteiligung: Einbeziehung der Eltern in Gremien wie Elternausschuss oder Kita-Ausschuss.
- Informationsfluss: Bereitstellung relevanter Informationen für Eltern in verschiedenen Formaten und Sprachen.
- Dokumentation: Dokumentation der Zusammenarbeit und regelmäßige Evaluation zur Weiterentwicklung.
Instrumente und Methoden
- Fragebögen zur Elternzufriedenheit
- Elternabende und -seminare
- Elternbriefe und Kita-Zeitungen
- Tage der offenen Tür
- Prozessbeschreibungen für Elterngespräche und Informationsweitergabe
Häufige Fragen
- Elternbeteiligung: Eltern sind bei Themen wie pädagogischen Konzepten, Betreuungszeiten und Aufsichtspflicht einzubeziehen.
- Motivation zur Mitarbeit: Direkte Ansprache und Transparenz der Aufgaben.
- Wahlbeteiligung: Wahlpartys oder Wahlwochen können die Beteiligung erhöhen.
- Umgang mit Verspätungen: Zusatzgebühren bei Überschreiten der gebuchten Zeiten können festgelegt werden.
- Kranke Kinder: Kranke Kinder gehören nicht in die Kita; bei Nichtabholung kann im Notfall ein Krankenwagen gerufen werden.
- Handynutzung: Appelle zur Nichtnutzung innerhalb der Kita und spezifische Aushänge.