Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) befindet sich in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Unter dem Namen ekhn2030 werden Strukturen angepasst, um auch in Zukunft eine lebendige und präsente Kirche zu sein. Ein Baustein dieser Reform ist die Bildung von Nachbarschaftsräumen.
Für Mitarbeitende in einer Kindertagesstätte ändert sich dadurch vielleicht nicht sofort der pädagogische Alltag mit den Kindern und Familien, jedoch der organisatorische und kirchliche Rahmen, in dem ihre Kita eingebettet ist, wird sich weiterentwickeln. Pfarrpersonen, Gemeindepädagog*innen und Kirchenmusiker*innen, die das Verkündigungsteam im Nachbarschaftsraum bilden, ehrenamtliche Kita-Beauftragte, Verantwortliche auf Trägerebene und die Kita-Teams sind gefordert, ihre Zusammenarbeit zu überprüfen. Bewährtes gilt es zu stützen und neue Impulse aufzugreifen.
Was ist ein Nachbarschaftsraum?
In einem Nachbarschaftsraum finden sich mehreren Kirchengemeinden aus einer Region zu einem größeren Netzwerk zusammen.
- Ziel: Ressourcen (Personal, Gebäude, Finanzen) bündeln und die inhaltliche Arbeit (Seelsorge, Bildungsarbeit, Kitas) gemeinsam gestalten.
- Rechtliche Form: Die Gemeinden können als Arbeitsgemeinschaft kooperieren, sich zu einer Kirchengemeinde zusammenschließen oder eine Gesamtkirchengemeinde gründen.
Warum betrifft das die Kitas?
Kindertagesstätten sind oft der wichtigste Kontaktpunkt der Kirche zu jungen Familien. Im neuen Nachbarschaftsraum rückt die Kita noch stärker ins Zentrum der gemeinsamen Sozialraumorientierung.
- Träger und inhaltlich verantwortliche Kirchengemeinde: In vielen Fällen verändert sich die inhaltliche Verantwortung oder Trägerschaft je nach gewählter Rechtsform. Verantwortungen und Aufgaben werden neu verteilt.
- Religionspädagogische Vernetzung: Pfarrpersonen sind künftig in Verkündigungsteams mit dem gemeindepädagogischen Dienst und der Kirchenmusik für den gesamten Nachbarschaftsraum zuständig. Das bedeutet, dass die religionspädagogische Begleitung ihrer Kita(s) eventuell durch ein neues Gesicht im „multiprofessionellen Team“ erfolgt.
- Zusammenarbeit im Team: Fachkräfte aus verschiedenen Kitas innerhalb eines Nachbarschaftsraums können sich besser vernetzen, Fortbildungen gemeinsam nutzen und Veranstaltungen für Eltern über die eigene Kita hinaus anbieten.